
{"id":7599,"date":"2025-02-01T12:55:01","date_gmt":"2025-02-01T11:55:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lindenauschule.de\/?p=7599"},"modified":"2025-02-07T12:57:44","modified_gmt":"2025-02-07T11:57:44","slug":"tausende-gaeste-in-der-museumsausstellung-angeworben-angekommen-in-grossauheim-und-frankfurt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/?p=7599","title":{"rendered":"Tausende G\u00e4ste in der Museumsausstellung &#8222;\u00bfAngeworben-Angekommen?&#8220; in Gro\u00dfauheim und Frankfurt"},"content":{"rendered":"<p>In den letzten Tagen des Novembers \u00f6ffnete das Museum Gro\u00dfauheim zum letzten Mal seine Ausstellungsr\u00e4ume, um Schulklassen den Besuch der Sonderausstellung \u00bf<em>Angeworben-Angekommen?<\/em> zu erm\u00f6glichen. Im Januar folgt nun der Abbau der Installationen. Die Ausstellung, die in Kooperation mit den Hanauer Museen gestaltet wurde, beleuchtete erstmalig die Geschichte der sog. Gastarbeiter, die in den fr\u00fchen 60er Jahren nach Gro\u00dfauheim und Umgebung kamen und stellte diese in den Gesamtkomplex der Arbeitsmigration in die junge Bundesrepublik, die durch das starke Wirtschaftswachstum der 50er Jahre ausgel\u00f6st wurde.<\/p>\n<p>Allein die Ausstellung in Gro\u00dfauheim hatten bis Dezember 2023 weit \u00fcber 3000 G\u00e4ste besucht. Zahlreiche Besucher konnten in den kommenden 12 Monaten in Gro\u00dfauheim &#8211; und von Januar 2024 bis Ende April 2024 zus\u00e4tzlich im Instituto Cervantes im Frankfurter Westend &#8211; begr\u00fc\u00dft werden.\u00a0 Am letzten Tag nahmen \u00fcber 80 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die Gelegenheit wahr, mit ihren Lehrerinnen und Lehrern die Ausstellung zu besuchen. Neben Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der Lindenauschule besuchten auch Lernende anderer Schulen und Bildungseinrichtungen die Sonderausstellung: Darunter Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler des muttersprachlichen Spanischunterrichts f\u00fcr MKK und Frankfurt mit ihrer spanischen Lehrkraft und zahleichen Eltern sowie Gro\u00dfeltern der Lernenden. Ebenso konnten Studierende Frankfurter Hochschulen in Begleitung ihrer Professorinnen und Professoren als G\u00e4ste in der Gro\u00dfauheimer Ausstellung begr\u00fc\u00dft werden. Martina Droste, Direktorin f\u00fcr junges Theater im Schauspielhaus Frankfurt, reiste aus Frankfurt an, um die Ausstellung als Inspirationsquelle f\u00fcr eigene Theaterprojekte zu nutzen. \u00dcber zwei Stunden nahm sie sich f\u00fcr das Studium der von den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler gef\u00fchrten Interviews Zeit und machte sich begleitend zahlreiche Notizen. F\u00fcr die geleistete Arbeit sprach die Theaterdirektorin den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der Lindenauschule ein gro\u00dfes Lob aus.<\/p>\n<p>Als Vertreter ihrer L\u00e4nder besichtigten die Generalkonsuln von Spanien (Ausstellung im Instituto Cervantes Frankfurt) und Italien die Ausstellung. Der Besuch des italienischen Generalkonsuls fand gemeinsam mit dem Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Hanau, Claus Kaminsky, statt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-7601 size-full\" src=\"https:\/\/www.lindenauschule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/1-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1920\" srcset=\"https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/1-scaled.jpg 2560w, https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/1-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/1-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/p>\n<p>Die Arbeitsmigranten der ersten Phase der Einwanderung nach Gro\u00dfauheim stammten fast ausschlie\u00dflich aus Spanien und Italien. Dar\u00fcber hinaus war die in Gro\u00dfauheim angesiedelte Firma <em>Brown Boveri &amp; Cie<\/em> deutschlandweit das erste Unternehmen, das nach dem deutsch-spanischen Arbeitskommen ein Kontingent spanischer Arbeitsmigranten unter Vertrag nahm \u2013 aus diesem Grund legt die Ausstellung den Fokus auf die spanische und italienische Migration.<\/p>\n<p>Zahlreiche weitere Projekte wurden durch das Projekt inspiriert und initiiert: Angeleitet von Dokumentarfilmer und Theaterregisseur Sascha Schmidt haben Studierende f\u00fcr <em>Kultur in der sozialen Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences<\/em> aus Biografien spanischer Migrantinnen und Migranten eine dokumentarische Theaterinszenierung geschaffen.\u00a0In Vorbereitung der Auff\u00fchrung \u00a0hatten die Studierenden mit ihrer Professorin Ulrike Pfeifer und Regisseur Sascha Schmidt die Ausstellung in Gro\u00dfauheim besucht.\u00a0 Die Auff\u00fchrung fand am 27. Januar 2024 \u2013 einem Samstagabend &#8211; vor hunderten G\u00e4sten im Instituto Cervantes Frankfurt statt.<\/p>\n<p>Am 9. Juni 2023 wurde im Museum Gro\u00dfauheim die \u00dcbersetzung des Buches\u00a0<em>Barraca 5, Habitaci\u00f3n 11\u00a0<\/em>von Antonio Cantero Galisteo pr\u00e4sentiert. Im Buch beschreibt das lyrische Ich die Erlebnisse der ehemaligen spanischen Arbeitsmigranten, die zu Beginn der 60er Jahre nach Deutschland kamen, um in der elektrotechnischen Fabrik Brown Boveri &amp; Cie (heute ABB) in Hanau-Gro\u00dfauheim zu arbeiten. Dem Autor ist in der Ausstellung ein eigener Bereich gewidmet. Sein Buch bildete eine wichtige Quelle f\u00fcr die Erforschung der Arbeitsmigration nach Gro\u00dfauheim und Hanau. Der \u00fcberwiegende Teil des Buches wurde von zwei Spanischkursen der VHS Hanau ins Deutsche \u00fcbersetzt. Anl\u00e4sslich der Ver\u00f6ffentlichung reisten die spanischen Familienangeh\u00f6rigen des bereits verstorbenen Autors nach Gro\u00dfauheim und wohnten den Feierlichkeiten der Buchpr\u00e4sentation im Museum am Pfortenwingert bei.<\/p>\n<p>Da in den kommenden Jahren eine sowohl analoge als auch digitale Quellenedition zum Thema \u201eArbeitsmigration in Hessen nach 1945\u201c geplant ist , besuchten am \u00a030. August 2023 der Historiker Dr. Wilfried Rudloff und Maximilian Hammer vom Hessischen Institut f\u00fcr Landesgeschichte die Sch\u00fclerausstellung \u201e\u00bfAngeworben-Angekommen?\u201c im Museum Gro\u00dfauheim. Im Rahmen eines Workshops im Hessischen Landesarchiv hatte das Kuratorenteam (Dr. Victoria Asschenfeldt, Wolfgang Hombach und Sebastian Saliger) den anwesenden Geschichtswissenschaftlern bereits einen Eindruck von Konzeption und Realisierung der Ausstellung vermittelt. Dr. Wilfried Rudloff und Maximilian Hammer reisten im August nach Gro\u00dfauheim, um sich ein genaueres Bild von der gemeinsamen Ausstellung der Lindenauschule mit den Hanauer Museen zu machen. Im Besonderen diente der Besuch, um Material zu sichten, das geeignet ist, die geplante analoge und digitale Quellenedition f\u00fcr die Region Hanau zu erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projektes <em>Europa macht Schule<\/em> -ein Programm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes \u2013 fand im Fr\u00fchjahr 2024 ein gemeinsamer Workshop mit einem Grundkurs Geschichte der Jahrgangsstufe 12 und einer italienischen Studentin statt, die in Frankfurt die Ausstellung besucht hatte. \u00a0Gemeinsam mit den Lernenden beleuchtete Mariella Scalera aktuelle Migrationsbewegungen nach Spanien und Italien.<\/p>\n<p>Ende des Jahres 2024 wurde ein gemeinsames Seminar zum Thema \u201eGastarbeit\u201c mit internationalen Studierenden der <em>Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste\u2013St\u00e4delschule<\/em> gestaltet, in Rahmen dessen die Ausstellung der Lindenauschule vom Kurator der Ausstellung \u2013 Sebastian Saliger &#8211; pr\u00e4sentiert wurde.<\/p>\n<p>Neben den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, die den Weg nach Gro\u00dfauheim fanden, zeigte die Resonanz in Presse und Medien die Relevanz des Themas auf: So berichtete ausf\u00fchrlich die \u00fcberregionale spanische und deutsche Presse von der Ausstellung. Der spanischen Radiosender <em>RTVE<\/em> \u2013 die gr\u00f6\u00dfte spanische Rundfunkanstalt \u2013 als auch <em>Radio Nacional de Espa\u00f1a <\/em>thematisierten das Ausstellungsprojekt und pr\u00e4sentierten Aussagen von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern zur Mitarbeit an dem Projekt in der Sendung.<\/p>\n<p>Auch zeugen die zahlreichen &#8211; und vielsprachigen &#8211; Kommentare in dem G\u00e4stebuch der Ausstellung\u00a0 vom positiven Echo des Projektes. So schrieb ein Gast: \u201eEine sch\u00f6ne Ausstellung. Sch\u00f6n, wenn im \u00f6rtlichen Museum Menschen aus dem Ort die Chance erhalten, von ihrer Geschichte zu erz\u00e4hlen. Eine echte Bereicherung! Ein Dank an die Aussteller und vor allem an die Lindenauschule!\u201c<\/p>\n<p>Eine andere Besucherin bemerkte: \u201eTotal klasse! Wunderbar! Und gerade in diesen Zeiten ein so wichtiges Thema. Schade, dass die Ausstellung nicht zur Dauerausstellung wird. Da m\u00fcsste sich doch hier in Gro\u00dfauheim eine \u00d6rtlichkeit finden lassen.\u201c<\/p>\n<p>Ein spanischer Gast res\u00fcmierte k\u00fcrzer: \u201eFant\u00e1stica exposici\u00f3n. Gracias y felicidades.\u201c<\/p>\n<p>Die Lindenauschule bedankt sich bei den zahlreichen G\u00e4sten der Ausstellung, allen F\u00f6rderern und Unterst\u00fctzern \u2013 und allen voran bei den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der Lindenauschule, die an dem Projekt mitgewirkt und die Ausstellung und ihre Folgeprojekte \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich gemacht haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sebastian Saliger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Tagen des Novembers \u00f6ffnete das Museum Gro\u00dfauheim zum letzten Mal seine Ausstellungsr\u00e4ume, um Schulklassen den Besuch der Sonderausstellung \u00bfAngeworben-Angekommen? zu erm\u00f6glichen. Im Januar folgt nun der Abbau der Installationen. 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