
{"id":4762,"date":"2022-01-27T11:42:58","date_gmt":"2022-01-27T10:42:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lindenauschule.de\/?p=4762"},"modified":"2023-07-03T18:46:20","modified_gmt":"2023-07-03T16:46:20","slug":"holocaust-gedenktag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/?p=4762","title":{"rendered":"Holocaust Gedenktag"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Sch\u00fclerschaft der Lindenau Schule,<\/p>\n<p>heute vor 77 Jahren, am 27. Januar 1945 eroberte die 322. Infanteriedivision der Roten Armee die Gegend um Auschwitz, im von Deutschland besetzten Polen. Die milit\u00e4rische F\u00fchrung der Sowjetunion rechnete in der Gegend mit verst\u00e4rkten, deutschen Widerstand, jedoch befanden sich zu diesem Zeitpunkt kaum noch deutsche Besatzer in der Region. Die meisten waren bereits geflohen und hinterlie\u00dfen nur zerst\u00f6rte Industrieanlagen und ein Arbeitslager.<\/p>\n<p>In diesem Lager standen, hinter den kilometerlangen Stachel- und Elektroz\u00e4unen, hunderte Menschen, bis auf die Knochen abgemagert und mit Angst in den Augen. Die Soldaten besetzten das Lager und versuchten den \u00dcberlebenden zu helfen, die von ihren deutschen Besatzern zur\u00fcckgelassen worden waren. In dem Lager selbst fanden sie H\u00fcgel aus Toten und grausame Beweise f\u00fcr den systematischen Massenmord an Millionen von Menschen. Ohne es zu wissen, befanden sie sich in einem sogenannten Vernichtungslager, dessen Hauptaufgabe darin bestand, menschliches Leben mit industrieller Effizienz zu vernichten. In Auschwitz allein sollen rund 1,1 Millionen Menschen den Tod gefunden haben. Das w\u00e4ren fast 1000 Menschen auf jede Sch\u00fclerin und jeden Sch\u00fcler, hier auf unserer Schule, gerechnet.<\/p>\n<p>Einer von ihnen war Julius Walter Berberich. Ein Mann aus Gro\u00dfkrotzenburg, meinem Heimatdorf, welcher nur wenige H\u00e4user weiter von mir gewohnt hat. Er wurde 1909 im deutschen Kaiserreich geboren, durchlebte mit allen anderen Bewohnern meiner Gemeinde die Jahre der Weimarer Republik und wurde 1938, 5 Jahre, nachdem Hitler und die Nazis an die Macht kamen, in sogenannte \u201eSchutzhaft\u201c genommen. Er wurde deportiert und in das Arbeitslager Buchenwald gesperrt, wo er Zwangsarbeit verrichten und unter menschenunw\u00fcrdigen Bedingungen hausen musste. Nach Beginn des zweiten Weltkriegs und dem deutschen Sieg \u00fcber Frankreich wurde er 1940 in zwei Konzentrationslager in Frankreich deportiert, um auch dort Zwangsarbeit zu leisten. 1942 wurde er ein letztes Mal deportiert. Diesmal nach Auschwitz im besetzten Polen, wo er am 4. Januar 1943 in den Gaskammern, zusammen mit hunderten anderen Unschuldigen, vergast wurde.<\/p>\n<p>Auf dem H\u00f6hepunkt dieser systematischen Vernichtung starben in Auschwitz t\u00e4glich allein \u00fcber 10.000 Menschen. M\u00e4nner, Frauen und Kinder. 8 1\/2 mal so viel, wie wir hier Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler haben, jeden Tag, \u00fcber Wochen und Monate hinweg. Ein Massenmorden das sich \u00fcber Jahre erstreckte. Insgesamt starben durch diesen Massenmord etwa 6 Millionen Menschen, einem Ereignis, welches als Holocaust in die deutsche Geschichte eingehen sollte.<\/p>\n<p>Mit Abstand am schlimmsten traf es die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung. Auch hier in Gro\u00dfauheim. Jahrhunderte lebten die Familien der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung Gro\u00dfauheims hier. Sie besuchten zu religi\u00f6sen Anl\u00e4ssen die Synagoge in Gro\u00dfkrotzenburg und nahmen am allgemeinen Leben teil. Bis 1940 die j\u00fcdische Gemeinde, bestehend aus rund 155 Menschen, in den Gemeinden Gro\u00dfauheim und Gro\u00dfkrotzenburg, aufh\u00f6rte zu existieren.<\/p>\n<p>Ich bitte hiermit alle, heute am internationalen Holocaustgedenktag, jetzt einen kurzen Moment des Schweigens ein zu legen, um an die Millionen Tote zu erinnern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vielen Dank<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Sch\u00fclerschaft der Lindenau Schule, heute vor 77 Jahren, am 27. Januar 1945 eroberte die 322. Infanteriedivision der Roten Armee die Gegend um Auschwitz, im von Deutschland besetzten Polen. 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