
{"id":1236,"date":"2018-12-05T18:26:53","date_gmt":"2018-12-05T17:26:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lindenauschule.de\/?p=1236"},"modified":"2020-01-26T10:30:25","modified_gmt":"2020-01-26T09:30:25","slug":"gegen-das-vergessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/?p=1236","title":{"rendered":"Gegen das Vergessen"},"content":{"rendered":"<p>Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Jahrgangsstufe 12 der Lindenauschule befassten sich am vergangenen Mittwoch, d. 28.11.18 sehr intensiv mit einem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte: Dr. Manfred Greb besuchte die Lindenauschule und hielt dort f\u00fcr die Oberstufensch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler einen sehr bewegenden und eindringlichen Vortrag zum Schicksal der Gro\u00dfauheimer Juden w\u00e4hrend der NS-Zeit.<\/p>\n<p>Herrn Dr. Greb gelang es, Geschichte begreifbar und sp\u00fcrbar zu machen, indem er den Anwesenden exemplarisch die Lebensgeschichte von Heinz Hirschmann vorstellte, der zur Zeit der Reichspogromnacht 18 Jahre alt war. Er entstammte einer alteingesessenen j\u00fcdischen Gro\u00dfauheimer Familie, die ein Eisen- und Haushaltswaren-Gesch\u00e4ft in Gro\u00dfauheim betrieb. Dieses wurde in der Reichspogromnacht zerst\u00f6rt, wie auch die Wohnung der Familie Hirschmann. Heinz Hirschmann wurde verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht.<\/p>\n<p>Die Umst\u00e4nde der Fahrt, die Ungewissheit \u00fcber das Ziel der Fahrt und das, was sie dort erwartete sowie die unbeschreiblichen Zust\u00e4nde im KZ Buchenwald wurden f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler anhand der Schilderungen von Heinz Hirschmann greifbar. Dr. Greb konnte Details aus den Erinnerungen von Heinz Hirschmann wiedergeben, die das Unvorstellbare vorstellbar machten, wie z.B. die H\u00e4ftlingsnummer\u00a0 25340, die Heinz Hirschmann im Lager tragen musste und die er als Symbol f\u00fcr die Entmenschlichung\u00a0 der Juden in der NS-Zeit verstand.<\/p>\n<p>Heinz Hirschmann hatte Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: Ein weitl\u00e4ufiger Verwandter in Amerika stellte sich als B\u00fcrge f\u00fcr ihn zur Verf\u00fcgung, sodass er ein Visum erhielt und im Dezember 1938 aus dem KZ Buchenwald entlassen wurde. Heinz Hirschmann wanderte in die USA aus und \u00fcberlebte als einziges Mitglied seiner Familie den Nazi-Terror, seine Eltern und Geschwister wurden nach Mink deportiert und dort ermordet.<\/p>\n<p>Heinz Hirschmann\u00a0 kehrte am Ende des Krieges als US-Soldat in seine Heimat zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Dr. Greb konnte verschiedene Situationen benennen, in denen Heinz Hirschmann trotz seiner traumatischen Erlebnisse in Deutschland als Friedensstifter in Gro\u00dfauheim und an anderen Orten in Deutschland wirkte. Mehrfach besuchte er seine alte Heimat, z.B. im Jahre 1992 zur Einweihung der Gro\u00dfkrotzenburger Synagoge, wo er ein gern gesehener Gast war.<\/p>\n<p>Die anwesenden Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler h\u00f6rten dem 60-min\u00fctigen Vortrag gebannt und teils ergriffen zu.<\/p>\n<p>Durch die Vorstellung eines jungen Mannes, der zum Zeitpunkt der Reichspogromnacht\u00a0 ungef\u00e4hr im Alter der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler war, wurde das Schicksal Heinz Hirschmanns umso eindr\u00fccklicher, die Stationen seines Lebens in der NS-Zeit umso beklemmender. Dass dieser junge Mann aus der Nachbarschaft der Lindenauschule stammte, die von Dr. Greb gezeigten Fotos das Gro\u00dfauheimer Leben dieser Zeit abbildeten, machte den Vortrag lebendig und fesselnd.<\/p>\n<p>Dr. Greb folgte mit seinem Vortrag einer Einladung von Herrn Steffen Schleicher, Lehrer f\u00fcr katholische Religion an der Lindenauschule.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Jahrgangsstufe 12 der Lindenauschule befassten sich am vergangenen Mittwoch, d. 28.11.18 sehr intensiv mit einem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte: Dr. Manfred Greb besuchte die Lindenauschule und hielt dort f\u00fcr die Oberstufensch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler einen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1237,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"image","meta":{"footnotes":""},"categories":[28,1],"tags":[],"class_list":["post-1236","post","type-post","status-publish","format-image","has-post-thumbnail","hentry","category-erinnerungskultur","category-nachrichten","post_format-post-format-image"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1236","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1236"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1236\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1238,"href":"https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1236\/revisions\/1238"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1237"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1236"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1236"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lindenauschule-hu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1236"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}